Babyshambles
In der an Irrungen und Wirrungen reichen Story um Pete Doherty nehmen die Babyshambles einen zentralen Platz ein. Im Prinzip gibt es vier Babyshambles-Inkarnationen:
Zuallererst tritt der Name Babyshambles auf, als Pete Doherty in einem Hotel eine in der Zwischenzeit legendäre Session einspielt, die 43 Songs umfasst. Diese drei CDs mit dem Namen "Babyshambles Sessions" drückt er in einer Hotellobby einem Fan in die Hand, mit der Bitte sie zu verbreiten. Grund dafür ist, dass das Label Rough Trade sich weigert, kurz nach dem Debut schon wieder ein Album der Libertines zu veröffentlichen. Auf den "Babyshambles Sessions" ist nicht nur die spätere Zwischensingle "Don't Look Back Into The Sun" enthalten, sondern auch mehrere Tracks, die den Weg auf das zweite Libertines-Album finden werden. Diese Sessions existieren auch heute noch im Internet als MP3s in den einschlägigen Foren Arcadias.
Das erste Mal als Band traten die Babyshambles auf den Plan, als Carl Barât im Jahre 2003 Pete Doherty wegen seiner Drogenprobleme vor einer Japan-Tour bei The Libertines hinauswarf. Pete stellte sich eine neue Band zusammen und kündigte an, selbst mit seiner neuen Band als "The Libertines" durch England zu touren - nach einigem hin und her wurden Petes Libertines dann in Babyshambles umbenannt. Diese erste Babyshambles-Inkarnation hat jedoch außer Pete selbst nichts mit den jetzigen Babyshambles zu tun und war künstlerisch eher umstritten.
Nachdem Pete Doherty nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis wieder bei den Libertines einstieg, handelte er mit Rough Trade aus, dass er parallel zu The Libertines mehrere limitierte Singles unter den Namen Babyshambles veröffentlichen dürfe. Sein allererster Release lief allerdings verwirrenderweise dann unter seinem eigenen Namen Pete Doherty, hatte aber als Liedtitel "Babyshambles".
Nach seinem letzten und endgültigen Rauswurf bei The Libertines 2004 gründete Pete die zweite Band-Version der Babyshambles, die dann auch die erste Single "Killamangiro" veröffentlichte, die sofort in die britischen Top10 schoss. Noch vor der zweiten Single "Fuck Forever" und dem Debutalbum stieg die Originaldrummerin Gemma aus und wurde durch Adam Ficek ersetzt. Das Debutalbum wurde wieder von Mick Jones produziert, der bereits bei beiden Libertines-Alben verantwortlich war.
In alter Doherty-Tradition goes everything fucked up schneller als du Crack sagen kannst: ein Oasis-Support-Gig wird kommentarlos nicht gespielt, die Fuck-Forever-Tour wird abgesagt, die Single in verschiedenen Versionen abgemischt und ohne Petes Erlaubnis veröffentlicht, der daraufhin Band und Management feuert. Als alles endgültig vorbei scheint, spielen die Babyshambles aus dem Nichts einen Reunion-Gig, ausgerechnet an dem Tag, an dem die Fuck-Forever-Tour an einem anderen Ort hätte starten sollen. Trotz allem bleibt die Band zusammen, spielt innerhalb von 24 Stunden für den Charity-Sampler "Bollywood To Battersea" ein und veröffentlicht im November 2005 die Single "Albion" - einem zentralen Song in der Libertines-Mythologie, der bereits auf Libertines-Sessions erstmals gespielt wurde - und das Debutalbum "Down In Albion", das mit einem von Pete Doherty gestalteten Artwork zu überzeugen weiß.
Ende 2006 erscheint die EP "The Blinding" als erste Veröffentlichung Dohertys außerhalb des Rough Trade Umfeldes, am 1. Oktober 2007 folgt das zweite Album "Shotters Nation" bei Parlophone.
(indiepedia.de)
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